

Für Natasha Mugala war der Schulbesuch einmal im Monat ein Problem. Die 14-Jährige ist wissbegierig, geht gerne in die Schule und hat große Pläne für ihre Zukunft. Doch einmal im Monat musste sie zu Hause bleiben. Nicht, weil sie krank war, sondern weil ihre Schule keine sichere Toilette hatte. Es gab kein Wasser und keine Möglichkeit, sich würdevoll um ihre Hygiene zu kümmern. Für viele Mädchen weltweit ist das Alltag. Auch für Natasha war dies lange Zeit die Realität. Das hier ist Natashas Geschichte und sie zeigt, warum der Zugang zu Wasser so viel mehr ist als nur die Erfüllung eines Grundbedürfnisses
Vom Fehlen zur Fürsprecherin: Natashas Weg
Natasha Mugala ist 14 Jahre alt, geht in die 9. Klasse der Kamanga Primary School in Sambia und ist alles andere als jemand, der schnell aufgibt. Heute ist sie ein aktives Mitglied im Menstrual Health Management Club ihrer Schule. Sie spricht offen und ohne Scham über das Thema Menstruation – selbst vor ihren männlichen Mitschülern. Vor allem aber verpasst sie heute keinen einzigen Schultag mehr.

Was hat diese positive Veränderung bewirkt? Gemeinsam mit unseren Partner*innen von BORDA Zambia und der soulbottles • products with soul GmbH haben wir unser WASH'n'soul-Projekt an Natashas Schule umgesetzt. Wir haben neue Toiletten mit einem eigenen Waschbereich gebaut, umfassende Aufklärungsprogramme für Mädchen und Jungen ins Leben gerufen und ein Hygienekit mit wiederverwendbaren Binden bereitgestellt.
"Mit den wiederverwendbaren Binden fühle ich mich wohl, auch wenn ich in der Schule bin und meine Periode habe. Ich muss keine Stunden mehr verpassen." – Natasha
Eine sichere Toilette, ein Waschbecken und sauberes Wasser bedeuten in diesem Kontext schlichtweg: Bildung ist wieder möglich.
Warum wir am International Women's Day über Wasser reden
Wasser und Gleichberechtigung sind untrennbar miteinander verbunden. In sieben von zehn Haushalten ohne sicheren Zugang zu Wasser sind es Frauen und Mädchen, die das Wasser holen müssen. Weltweit summiert sich diese Arbeit auf unvorstellbare 200 Millionen Stunden täglich. Das sind Stunden, in denen Mädchen nicht in der Schule sitzen, nicht lernen und nicht einfach Kind sein können. Zudem ist der Weg zur nächsten Wasserquelle oft nicht nur weit, sondern auch gefährlich.
Aktuell besuchen 335 Millionen Mädchen Schulen ohne Wasser und ohne Seife. Es gibt keinen sicheren Ort und keine Privatsphäre während der Periode. Die logische Konsequenz: Viele von ihnen bleiben zu Hause. Doch das ist kein unveränderliches Schicksal, sondern ein lösbares Problem.
Water is Community: Gemeinsam für echte Gleichstellung
Das Besondere an dem Projekt, das Natashas Schule nachhaltig verändert hat, ist unser ganzheitlicher Ansatz: Es bezieht die gesamte Community mit ein. Bei Viva con Agua sind wir fest davon überzeugt: WATER IS COMMUNITY.
Es geht nicht nur um den Bau von Infrastruktur und es geht nicht nur um Aufklärung der betroffenen Mädchen. Ein zentraler Schlüssel zum Erfolg war es, die Jungs aktiv in den Prozess einzubeziehen.
"Die Jungs einzubeziehen war eine sehr gute Idee. Es hat Mythen und Vorurteile abgebaut – für Mädchen und Jungen. Wenn Jungen verstehen, was Mädchen durchmachen, werden sie unterstützender."
Dieser inklusive Ansatz trägt Früchte. Heute sprechen manche Jungen an Natashas Schule aktiv für die Mädchen. Sie sind von unbeteiligten Beobachtern zu echten Verbündeten geworden. So entsteht echte Gleichstellung – durch ein gemeinsames Verstehen und ein freudvolles, solidarisches Miteinander.
ALL IN FOR WATER: Wasser ist Zukunft
Am International Women's Day fordern wir zu Recht mehr Sichtbarkeit, mehr Repräsentation und mehr Rechte für Frauen. All das ist essenziell. Aber manchmal beginnt Gleichheit ganz pragmatisch und konkret: mit einem funktionierenden Waschbecken, einer sicheren Toilette und mit sauberem Trinkwasser, das einfach da ist – so selbstverständlich, wie es für uns längst ist. Wasser ist Bildung. Wasser ist Chancengleichheit. Wasser ist Zukunft.

Jahresbericht 2025: 365 Tage All in for Water
Der Jahresbericht 2025 ist da! Er zeigt, was die Viva con Agua Community in einem Jahr voller Aktionen, Begegnungen und Geschichten gemeinsam erreicht hat: Über 158.000 Menschen wurden in unseren Projekten erreicht.
Mehr lesen

100 Karten, eine Lebensgrundlage: Unser neues Buch ist da!
Was haben Fußball, Nebelfänger und Landesgrenzen eigentlich mit Wasser zu tun? Ziemlich viel. In unserem neuen Buch 100 Karten über Wasser, das gemeinsam mit dem KATAPULT Verlag entstanden ist, schauen wir aus 100 verschiedenen Perspektiven auf unsere liebste Lebensgrundlage.
Mehr lesen

MajiPreneurs Summit 2026: Gemeinsam neue Wasserlösungen voranbringen
Wasser braucht Ideen, Menschen und starke Partnerschaften. Beim 4. MajiPreneurs Summit in Kampala bringt Viva con Agua sich als Partner in ein Netzwerk ein, das genau daran arbeitet: innovative und nachhaltige Lösungen für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene in Uganda voranzubringen.
Mehr lesen

6.572 Euro für Wasser: Unsere erste Saison bei den Veolia Towers Hamburg
Ein Becher, ganz schön viel Wirkung: In der vergangenen Saison waren wir zum ersten Mal bei den Heimspielen der Veolia Towers Hamburg mit unserer Pfandsammelaktion dabei. Gemeinsam mit den Fans, dem Verein und vielen ehrenamtlichen Helfer*innen sind dabei 6.572 Euro für sauberes Trinkwasser zusammengekommen.
Mehr lesen