| |  | | moritz piehler | | Wie beim Start - die Wasserläufer mit Schülern in Basel |
Oh Gott, morgens früh um halb vier ist auch für sehr hartgesottene Wasserläufer eine derbe Uhrzeit zum loswandern. Aber wir haben Termine! Um zwölf wartet die Freie Evangelische Schule Lörrach auf uns, um uns mit einem Spendenlauf über die Grenze zu geleiten und dann werden wir auf der Fanmeile in Basel vor 15.000 Menschen auf der Bühne stehen.
Der Start in Müllheim würde uns vielleicht mit etwas mehr Schlaf und etwas weniger Regen leichter fallen, wir merken alle deutlich die letzten Wochen in den Körpern und Köpfen. Die Akkus sind leer und obwohl jeder weiß, dass er das Ziel der langen Reise heute sicher erreichen wird, hält sich die Euphorie in Grenzen. Besonders, als sich die erste Stunde wandern im Morgengrauen als stetige Bergaufstrecke erweist.
Die Sonne lässt uns wieder im Stich, selbst der Himmel weint ein wenig über das Ende des WASSER!MARSCHes. Aber das ändert sich, als wir die Schule in Lörrach erreichen, wo uns die Schülerinnen Caro, Mona und Beryll ganz toll empfangen: selbstgebackene Wassermarschmuffins, Infotafeln. DJ's und vor allem 100 Schüler, die uns über die Grenze in die Schweiz begleiten werden. Nach diesem wunderbaren Empfang fallen die letzten zehn Kilometer doch wieder leicht und auch die EU Grenze kann das Tshukudu auf seinem Weg zur EM nicht aufhalten. Wir sind in Basel! Erleichtert, erschöpft, glücklich, alle Emotionen sind da, gedämpft von der Müdigkeit und der Unfähigkeit, unsere eigene Leistung zu erfassen.
So viele Menschen (schätzungsweise 1000 insgesamt auf diversen Abschnitten des Marsches) sind mit uns gelaufen, haben uns begleitet, unterstützt, angefeuert, so selbstverständlich ist das Aufstehen, Rausgehen, Laufen für uns geworden. Und jetzt stolpern wir durch laute, rot- weiß gekleidete Menschenmassen über die Brücke zur Fanmeile.
 | | | moritz piehler | | | Auf der Bühne der Fanmeile | |
Die Schweizer sind noch nicht allzu sehr in Euphorie verfallen, vorsichtig formuliert, aber uns begrüßen sie freundlich und jubeln dem Tshukudu auf der Bühne zu.
Das Eröffnungsspiel verfolgen wir als liegender Haufen in der Ecke der Fanzone, bevor wir uns nach Lörrach ins alte Wasserwerk für unsere letzte gemeinsame Übernachtung zurückziehen.
Was für eine Strecke, die wir gemeinsam mit Euch zurückgelegt haben! Einmal komplett durch Deutschland, ein Weg, den wahrscheinlich keiner von uns noch einmal gehen wird.
Für mich war der Wassermarsch mit all seinen Strapazen ein großartiges Erlebnis, es mit den sieben anderen Läufern und dem Svenager zu teilen, die Hindernisse zu überwinden und die schönen Erlebnisse zu teilen war ganz groß.
Hamburg fängt uns schon wieder mit langen Armen ein, Alltagsthemen haben sich seit ein paar Tagen in Gedanken und Gespräche eingeschlichen.
Ich hoffe sehr, dass uns Läufern und allen, die mit uns gegangen sind oder uns begegnet sind, der WASSER!MARSCH nicht zu schnell aus den Köpfen und Herzen vertrieben wird.
Das war’s, der Viva con Agua WASSER!MARSCH 2008 ist nach 1055 Kilometern und 39 Tagen vorbei, wir sind ihn gelaufen und wo warst DU??
Anmerkung der Redaktion: Wir haben über 40.000 Euro Spenden während des WASSER!MARSCHes gesammelt. Rund 51.000 Euro sind notwendig zur Finanzierung von 35 Brunnen in Nicaragua - wir machen weiter!
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