| |  | | moritz piehler | | Pause am Staudamm |
Regen! Als wir morgens in Fritzlar starten, müssen wir uns tatsächlich zum ersten Mal in unsere wasserdichte Kleidung verpacken. Bei aller Liebe zum Trinkwasser, soviel wie angekündigt muss es dann doch nicht sein. Aber wir schaffen es, dem Gewitter den ganzen Tag ein paar Kilometer vorauszueilen.
Eigentlich dachten wir nach den ersten zwei Wochen, dass es jetzt nicht mehr schlimmer werden kann. Stattdessen zeigt sich heute wieder einmal, wie individuell unterschiedlich die Belastung der Etappen für die Läufer ist. Für mich war heute die erste Grenzerfahrung, so dicht dran am Aussteigen und Einsteigen in ein vorbeifahrendes Auto war ich noch nie. Besonders als bei noch etwa 13 Kilometern Strecke und Schmerzen bei jedem Schritt eine Autofahrerin anhält, um sich nach unserer Aktion zu erkundigen. Vier leere Plätze hatte sie im Auto! Aber statt einzusteigen, winken wir freundlich und quälen uns über die letzten Hügelkuppen, um mit dem aufreißenden Himmel und goldglänzenden Rapsfeldern belohnt zu werden.
Trotzdem, am Abend sinken wir in unsere Betten im Hessischen Hof, der uns beherbergt und versuchen in einer kurzen Nacht, die Anstrengung aus den Knochen zu schlafen. Besonders weil auf den nächsten Etappen in Marburg und Gießen abends wieder Konzerte auf uns warten.
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